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Statement zum Romaday 08.04.2017
von Daniel Strauß, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Sinti&Roma, Landesverband Baden-Württemberg

Der 1. Weltkongress der Roma fand am 8. April 1971 in London statt. Delegierte aus 14 Ländern reisten an und diskutierten erstmals gemeinsam die vielfältigen Probleme und Bedingungen, unter denen die Sinti/Roma im Nachkriegseuropa lebten. Doch eine spürbare politische Änderung gab es international erst durch das Handeln der indischen Regierung. Premierministerin Indira Gandhi erkannte alle Sinti und Roma als die „verlorenen Kinder“ Indiens an. Über Nacht änderte sich damit die politische Situation für die Minderheit weltweit; künftig wurden sie als ethnische Minderheit ernst genommen.
Während des Völkermords wurden 500.000 Sinti und Roma nicht nur auf deutschem Boden ermordet. Das NS-Regime wütete in Europa in weiteren 11 Ländern. Die Kultur, Tradition und Geschichte der Sinti und Roma werden bis heute nicht ausreichend geschützt oder gefördert, noch wird eine Kontingentlösung für die vor Diskriminierung und Verfolgung flüchtenden Roma entwickelt.
Vor dieser historischen Tatsache fordern wir die Bundesregierung auf ihre historische Verantwortung zu übernehmen und eine politische Regelung für die von Diskriminierung und Verfolgung betroffenen Sinti und Roma in Europa zu finden.