Rat für Angelegenheiten deutscher Sinti & Roma

Konstituierende Sitzung des Rats für die Angelegenheiten der deutschen Sinti & Rom

 

„Der Rat deutscher Sinti und Roma ist Teil von Baden-Württembergs aktiver Politik der Vielfalt. Ziel dieses in Deutschland einzigartigen Gremiums ist es, unsere gemeinsame Zukunft zu gestalten“, sagte der Koordinator des Rates, Staatssekretär Klaus-Peter Murawski, in der konstituierenden Sitzung des Rates für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma in Mannheim.

„Neben der Erinnerung an die gemeinsame Geschichte und dem Gedenken an die durch das NS-Regime verfolgten Angehörigen deutscher Sinti und Roma möchten wir die Anerkennung von Sinti und Roma in ihrer Vielfalt und die Förderung ihrer Kultur in den Mittelpunkt stellen.“

Daniel Strauß, Vorsitzender des Landesverbands Deutscher Sinti und Roma in Baden-Württemberg und Mitglied des neuen Rates, fügte hinzu: „Mit dem Staatsvertrag wurde die Tür zu einer besseren Zukunft geöffnet. Jetzt liegt es am Rat, durch diese Tür zu treten und couragiert Zukunft zu gestalten.“

Das durch den Staatsvertrag mit Sinti und Roma geschaffene Gremium ist mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg und der Ministerien, Abgeordneten des Landtags sowie dem Pforzheimer Oberbürgermeister als Vertreter der Kommunalen Landesverbände besetzt und soll die Zusammenarbeit zwischen der Minderheit der Sinti und Roma und dem Land stärken.

In der ersten Sitzung lag der Schwerpunkt der Beratungen insbesondere auf folgenden Themen: Verankerung der Geschichte und Gegenwart von Sinti und Roma im Rahmen der Bildungsplanreform 2015/2016 sowie Schutz aller Gräber von Sinti und Roma, die der Verfolgung im Nationalsozialismus ausgesetzt waren.

 

Weitere Informationen

In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: die deutschen Dänen, die friesische Volksgruppe, die Sorben und Wenden sowie die deutschen Sinti und Roma. Allen gemeinsam ist, dass sie eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte besitzen und schon seit Jahrhunderten in Deutschland heimisch sind.

Nach dem föderalen System in Deutschland sind insbesondere die Bundesländer dafür zuständig, die Kultur, Sprache und Identität der auf ihrem Gebiet lebenden Minderheiten zu fördern. Baden-Württemberg hat im November 2013 als erstes Bundesland einen Staatsvertrag mit den deutschen Sinti und Roma geschlossen, der die Anerkennung und Förderung auf eine rechtsverbindliche Grundlage stellt.

Quelle: https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/konstituierende-sitzung-des-rats-fuer-die-angelegenheiten-der-deutschen-sinti-und-roma/

 

Zusammenarbeit mit den deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg

  • Staatssekretärin Theresa Schopper (4.v.r.) mit den Mitgliedern des Rats für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma anlässlich der vierten Sitzung am 23. Februar 2017 in der Villa Reitzenstein in Stuttgart
  • Ministerpräsident Winfried Kretschmann (l.) und Daniel Strauß (r.)

Die Landesregierung stärkt die im Land lebende Minderheit der Sinti und Roma. Deshalb hat sie einen Staatsvertrag mit den deutschen Sinti und Roma geschlossen. Durch den Vertrag erkennt das Land die Sinti und Roma offiziell als Minderheit an. Ein gemeinsames Gremium bringt außerdem die zukünftige Zusammenarbeit weiter voran.

In Deutschland leben vier anerkannte nationale Minderheiten: die deutschen Dänen, die friesische Volksgruppe, die Sorben und Wenden sowie die deutschen Sinti und Roma. Allen gemeinsam ist, dass sie eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte besitzen und schon seit Jahrhunderten in Deutschland heimisch sind.

Es ist Aufgabe der Länder, für die auf ihrem Gebiet lebenden Minderheiten geeignete Bedingungen zu schaffen, die es ihnen ermöglichen, ihre Kultur und Sprache zu erhalten sowie ihre Identität zu wahren. Für Baden-Württemberg bedeutet dies, dass es eine besondere Verantwortung für die im Land lebenden deutschen Sinti und Roma besitzt.

Deshalb hat das Land 2013 einen Staatsvertrag mit den deutschen Sinti und Roma abgeschlossen. Mit dem Vertrag hat Baden-Württemberg die deutschen Sinti und Roma in einem offiziellen, durch den Landtag einstimmig mit Gesetzeskraft versehenen Akt als nationale Minderheit in Baden-Württemberg anerkannt und gewürdigt.

 

Rat für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma

Mit dem Staatsvertrag wurde ein „Rat für die Angelegenheiten der deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg“ geschaffen. Die Koordinierungsstelle des Rates ist im Staatsministerium angesiedelt, Staatssekretärin Theresa Schopper ist Koordinatorin des Rates.

In dem mit Vertreterinnen und Vertretern der deutschen Sinti und Roma in Baden-Württemberg, der Landesregierung, des Landtags und der kommunalen Landesverbände besetzten Gremium geht es um die Gestaltung der gemeinsamen Zukunft. Hierzu gehören neben dem würdigen Gedenken und der Erinnerung an die gemeinsame Geschichte die Anerkennung von Sinti und Roma in ihrer Vielfalt und die Förderung ihrer Kultur. Dass Staat und nationale Minderheit diese Aufgaben auf Augenhöhe angehen, ist ein Novum in der Landesgeschichte von Baden-Württemberg.

Der Rat dient als gemeinsame Plattform, in dem alle die Sinti und Roma im Land betreffenden Angelegenheiten besprochen, Informationen gebündelt und vernetzt sowie gemeinsame Empfehlungen erarbeitet werden können. Die Koordinierungsstelle des Rates ist im Staatsministerium angesiedelt.

Quelle: https://stm.baden-wuerttemberg.de/de/themen/sinti-und-roma/