Raumanmietung

Unser Kulturhaus „RomnoKher“ bietet Räume für Veranstaltungen, Konzerte und Tagungen.

 

Lichthof

Der Lichthof ist mit Glas überdacht und bietet daher tagsüber und abends einen Blick in den Himmel.

 

 

Spiegelsaal

Im Hinterhaus unseres Gebäudes, mit Blick auf den Lichthof, befindet sich unser Spiegelsaal. Er eignet sich für Kleinveranstaltungen, Tagungen, Präsentationen etc.

Auch hier steht für eine musikalische Umrahmung ein Klavier bereit, welches zusätzlich angemietet werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kulturkeller

Das wunderschöne Kellergewölbe des damaligen Weingroßhandels verfügt über 395 m2

Bei Veranstaltungen kann unsere Technik-Anlage und das Redner_innenpult mit integriertem Mikrophon separat angemietet werden.

Für Konzerte steht auch ein Flügel bereit (Kawai 1,80 m), der ebenfalls angemietet werden kann.

 

Geschichte

Um 1850 setzte mit zunehmender Industrialisierung und gestiegenem Wohnbedarf die Bebauung der weitgehend noch freien Grundstücke der äußeren Quadrate auf dem ehemaligen Festungsgürtel ein. Es entstanden Fabrikanlagen, aber auch Wohngebäude mit ansprechenden Fassaden. Häufig wurden mehrere Grundstücke von einer Immobiliengesellschaft aufgekauft und anschließend an bauwillige Eigentümer verkauft. 1874 erwarb der Kaufmann Leopold Naumann das in günstiger Lage nahe am alten Zollhafen befindliche Grundstück B7, 16. 1877 übernahm die Handelsgesellschaft P. Müller  & Söhne (Kommission, Spedition und Oel en gros) das Anwesen. 1897 war die Firma Eigentümerin einer Kokosnussbutterfabrik. Zu dieser Zeit muss die rückwärtige Fabrikanlage bereits gestanden haben. Die Weingroßhandlung und Branntweinbrennerei Salli Kahn & Sally Wolf, die sich bereits um 1910 im rückwärtigen Trakt eingemietet hatte, erwarb das Grundstück 1920. Leider blieb es nicht lange im Besitz des Unternehmens. Die jüdischen Firmeninhaber Salomon Kahn (Frankenthal 1879 – New York 1959) und Simon Sally Wolf (geb. Östringen 1879) mussten 1937-38 mit ihren Familien in die USA emigrieren und veräußerten das Grundstück an die Firma H. F. Müller & Rode (Südweinimporte), die bereits im Rückgebäude ansässig war. Müller & Rode, gegründet am 10.08.1877, war eine alteingesessene Mannheimer Firma. Sie nutzte die Räumlichkeiten – auch nach der völligen Zerstörung des Vorderhauses – mehr als 50 Jahre als Großhandlung für ausländische Weine, vorwiegend aus Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland. Der Anschluss an Wasserstraßen war für den Weinimport zu jener Zeit von großer Bedeutung, kam doch das edle Nass vornehmlich per Schiff. Eine über 80m lange Pipeline führte von den Kellertanks unter der vierspurigen Hauptverkehrsstraße in ein Lager im Hafen. Nach Stilllegung des Unternehmens 1988 war der weitere Bestand des Industrie- und Lagergebäudes für lange Zeit ungeklärt. Mit dem Verkauf an den Landesverband Deutscher Sinti & Roma im Jahre 2006, der hier seit August 2008 das Kulturhaus „RomnoKher“ eingerichtet hat, erhält das Kulturdenkmal als Veranstaltungsstätte wieder eine neue Zukunft.

Die hinter dem modernen Wohnhaus liegende Dreiflügelanlage ist durch ein hohes Einfahrtstor geschlossen. Der Putzbau ist mit Sandstein an Fenstern, Türen und Gesimsen gegliedert. Zum Teil blieb der historische Fensterbestand mit Sprossen, Beschlägen und Griffen erhalten. Der Innenhof wird von einem nach altem Vorbild erneuerten Satteldach aus Glas über Sandsteinkonsolen überdacht. Den nördlichen zweigeschossigen und den südlichen eingeschossigen Flügel verbindet ein eingeschossiger Trakt. Hier führt eine breite steile Treppe in den weiträumigen Gewölbekeller mit Stahlstützen und rotem Sandsteinboden. Im nördlichen Flügel liegt der historische Zugang zu den Büroräumen. Hinter einer schweren hölzernen Tür mit Oberlicht befindet sich die für Mannheim nahezu einzigartige gusseiserne Wendeltreppe mit verzierten Setz- und Trittstufen, gusseisernen Stäben sowie hölzernem Handlauf. Das Kontor zu linker Seite wird durch Stuck, hohe Wandvertäfelung und Eichenparkett charakterisiert. Das Büro im 1. OG weist Bodendielen, Lambrien sowie hölzerne Verkleidungen unter den Fenstern auf. Die übrigen Flächen, früher als Produktions- und Lagerraum genutzt, sind von schlichter Gestaltung.

Das ursprünglich als Fabrikationsgebäude errichtete Weinlager steht aus wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen unter Denkmalschutz. Es ist das einzige in Mannheim bekannte Beispiel einer nahezu vollständig erhaltenen ober- und unterirdisch errichteten Firmenanlage mit Büro-, Lager- und Produktionsstätte vor 1900. Zudem ist es architektonisches Zeugnis der jüdischen Geschichte im Dritten Reich. Aufgabe und Ziel der Denkmalpflege ist es, die historische Substanz als materielles unwiederbringliches Dokument der Vergangenheit zu wahren, zu pflegen und zu schützen. Dies erscheint als kulturelle Verpflichtung gerade nach den verheerenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und in der Wiederaufbauphase zwingend notwendig. In Mannheim stehen derzeit ca. 1900 Gebäude unter Schutz; das sind 2% der gesamten Bausubstanz.