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Als Nicht-Sinti hätte die Freiburger Missionsgruppe in Ingolstadt bleiben dürfen


21.06.2019

Dauer: 08:01 Min

Jedes Jahr gehen einige Freiburger Sinti mit ihrer evangelischen Freikirche auf Missionsfahrt. Dieses Mal machten sie u.a. in Ingolstadt halt. Dort mietete die Missionsgruppe für ihr Zelt und Wohnwägen eine städtische Grünfläche. Am Dienstag widerrief die Stadt Ingolstadt allerdings den Mietvertrag. Die Polizei wies die Gruppe an das Gelände zu verlassen. Nach Angaben des Veranstalters der Mission Daniel Kobi, erfolgte dieses Vorgehen, nachdem bekannt wurde, dass sie zur Gruppe der Sinti gehören. Laut Kopi sei die Gruppe rassistisch behandelt worden mit der Absicht sie vom Platz zu verjagen. Die Stadt Ingolstadt widerspricht der Darstellung und erklärt hingegen dass es sich um ein Mißverständnis handele. Man habe nicht mit der tatsächlichen Zahl an Wohnwägen gerechnet. Über die Bedeutung des Falls haben wir mit dem Vorsitzenden des baden-württembergischen Landesverbandes der Sinti und Roma Daniel Strauß gesprochen.

75 Jahre Widerstand und Überleben

16.05.2019

Dauer: 00:17:06

Daniel Strauß spricht über die beginne der Bürgerrechtsbewegung und der Kampf des Überlebens nach dem Holocaust.
Johann Lehmann und Mario Franz sprechen über die Realität der 2. Generation nach Auschwitz.

 

Jahrestag der Familiendeportationen von Sinti und Roma 1940 – Ein Gespräch über das Gedenken

16.05.2019

Dauer: 01:18:00

Dr. Ulrike Lorenz, Direktorin der Mannheimer Kunsthalle, spricht über die Entwicklung der Gegenwartskunst im Bereich Gedenken

Dr. Kristina Vagt berichtet, wie ein zentraler Deportations-Gedenkort in Hamburg entstanden ist (Hannoverscher Bahnhof). Sie hat diese Arbeit über viele Jahre begleitet und Erfahrung mit ‚grassroots‘-Initiativen, Stimmen der Opfer und lokalem Engagement ebenso gesammelt wie mit den Herausforderungen, denen ein großes Gedenkprojekt in Politik und Öffentlichkeit ausgesetzt ist. Nachdem sie den Aufbau des ‚denk.mal Hannoverscher Bahnhof‘ betreut hat, ist sie nun Mitarbeiterin der KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hamburg).

Dr. Karola Fings ist eine der prominentesten Historikerinnen der Geschichte von Sinti und Roma. Ihre zahlreichen Bücher (zuletzt: ‚Sinti und Roma. Geschichte einer Minderheit‘, München 2016) gehören zu den Standardwerken auf diesem Gebiet. Sie tritt für ein wissenschaftsbasiertes Gedenken ein und ist stellvertretende Direktorin am NS-Dokumentationszentrum Köln.

Uwe Neumärker ist als Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein wichtiger und vertrauter Partner der NS-Opfergruppen und ihrer Nachkommen. Die Stiftung Denkmal betreut auch das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Die Stiftung hat 2015 ein breites Bündnis zur Solidarität mit den Sinti und Roma Europas gebildet. Ziel des Bündnisses ist es, ein sichtbares Zeichen gegen Antiziganismus zu setzen.

Dr. Tim Müller ist Wissenschaftlicher Leiter beim VDSR BW und moderiert die Gesprächsrunde.

 

Fotos zur Veranstaltung finden Sie hier.